Wasserzeichen

20. bis 23.06.19: Philipp Bergner (MSS 13) ist Bundessieger bei Jugend debattiert

Bundessieger Jugend debattiert 6/19Bericht: Herr Lutz, Fotos: Jugend debattiert/Hertie-Stiftung, Herr Lutz

Vom 20. bis 22.06.2019 fand in Berlin der Bundeswettbewerb Jugend debattiert unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier statt. Nach seinen Erfolgen in Kaiserslautern und Mainz gelang es dem diesjährigen Abiturienten Philipp Bergner sich nun auch auf Bundesebene in der Spitzengruppe zu platzieren.

Die Einführung einer CO2-Steuer, Bluttests bei Risikoschwangerschaften oder die Rückgabe von Kulturgütern aus der Kolonialzeit – So vielfältig waren die Themen, zu denen die Bundesfinalisten sich vorbereiten mussten. Es geht dabei nicht um Stammtischparolen oder Meinungsmache. Da stattdessen ein fairer Wettstreit rationaler und moralischer Argumente stattfinden soll, wird vorausgesetzt, dass jeder Debattant sich sowohl auf die Pro- als auch auf die Contra-Position vorbereitet. Das Los entscheidet dann, auf welcher Position jeder Schüler als „Anwalt der Sache" den anderen Teilnehmern und dem Publikum eine mögliche Lösung des Grundkonfliktes aufzeigt.

In Zeiten von Fake News und Populismus demostriert dieses Debattenformat, wie wichtig und gewinnbringend ein Austausch von Meinungen sein kann, der nicht auf kurzfristige Wahlprognosen oder die Diffamierung des politischen Gegners abzielt, sondern objektiv den Dienst an der Sache in den Mittelpunkt stellt.

So argumentierte Philipp gegen die Einführung einer CO2-Steuer, da diese in unserer globalisierten Welt einen Nachteil für den Wirtschaftsstandort Deutschland bedeutet, Menschen mit geringem Einkommen unverhältnismäßig belastet und eine reine Verteuerung ohne Obergrenze kurzfristig sogar zu einem erhöhten CO2-Ausstoß führen wird (grünes Paradoxon).
Bezüglich der Kostenübernahme für Bluttests bei Risikoschwangeren, durch die z. B. die Trisomie 21 aber auch das Geschlecht eines Kindes festgestellt werden können, vertrat er die Position, dass nur durch eine Zulassung der Tests als Kassenleistung die Gerechtigkeit im Gesundheitswesen wiederhergestellt werden kann. Bisher bleibt finanziell schwachen Familien nur eine risikobehaftete Fruchtwasseruntersuchung, die schon seit langem von der Krankenkasse bezahlt wird, um Gewissheit über den Gesundheitszustand ihres Kindes zu erhalten.

Nach der Anreise und dem Empfang durch die Jugend debattiert-Alumni am Donnerstag fanden am Freitagmorgen die Qualifikationsdebatten statt. Philipp konnte hier, wie bereits so oft, mit seiner immensen Sachkenntnis punkten. Aber auch was Ausdrucksvermögen, Gesprächsfähigkeit und Überzeugungskraft anbelangt, waren die Juroren voll des Lobes, ob seiner beeindruckenden Leistungen. Die vielen Trainingseinheiten im Sozialkunde-Leistungskurs, in der Jugend debattiert-AG und zuletzt auch auf den Regional- und Landessiegerseminaren waren offensichtlich erfolgreich. In der Punktewertung qualifizierte er sich als Bundessieger, indem er einen hervorragenden sechsten Platz (von bundesweit 200.000 Teilnehmern) erreichte. Obwohl nur die ersten vier Debattanten in der dritten Debatte (Kulturgüter aus der Kolonialzeit) antraten, konnte er sich am Freitagabend noch nicht entspannt zurücklehnen, sondern musste sich als Nachrücker für die Finaldebatte am Samstag bereithalten, an der er dann letztlich aber nicht teilnahm.

Als Bundessieger erhält er eine ganze Reihe von Preisen und Belohnungen für seine erfolgreiche Wettbewerbsteilnahme (Studienstiftung des deutschen Volkes, Alumni-Verein Jugend debattiert, Akademiewoche mit Assessment-Center und Rhetorikseminar sowie, abhängig von der Universität, sogar Punkteboni auf seine Abiturnote).

Bevor es am Sonntag wieder zurück in die Pirmasenser Heimat ging, genoss Philipp noch die zahllosen interessanten Gespräche und Diskussionen, die sich vor und nach den „offiziellen" Debatten ereigneten, nutzte die Gelegenheit zum Sightseeing in Berlin und feierte seinen Sieg bei einem Konzert des Alan Parsons Project im Berliner Tempodrom.

Die Schulgemeinschaft gratuliert zu dieser Spitzenleistung ganz herzlich und wünscht dem jungen Debattanten viel Erfolg im Studium und bei all seinen weiteren Debatten.

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