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01.02.19: Zwei Theateraufführungen am Leibniz zu den Themen Fremdenfeindlichkeit und Cybermobbing

Theater gegen Cybermobbing 2/19Bericht: Herr Lesch, Fotos : Frau Graziano, Herr Lesch

Der Musiksaal war bis auf den letzten Platz gefüllt, als am 1.Februar das Theaterensemble „Radiks" aus Berlin mit zwei mobilen Theaterproduktionen vor 330 Schülern der Klassenstufen 8 bis 11 gastierte.

Vor den Schülern der Stufen 10 und 11 führte das Theaterensemble das sozialkritische Theaterstück "Wir waren mal Freunde" von Karl Koch auf, in dem die Auswirkungen von Rassismus und Fremdenfeindlichkeit am Beispiel einer früheren Freundesclique anschaulich verdeutlicht wurden. Die beiden Schauspieler Marie Beiderwellen und Philipp Bodner stellten die verschiedenen Figuren überzeugend dar und gestalteten das im Stil einer Kriminalgeschichte dargebotene Geschehen sehr lebendig und authentisch.

Der 16jährige Joscha rettet nachts einen Obdachlosen aus einem brennenden Asylantenheim und muss der Polizei sowie seinen Mitschülern erklären, was er mit dieser Sache zu tun hat.Er gerät unter Verdacht, wird verhört, in der Schule ausgegrenzt. Er schweigt zu allem, da er seine Schwester schützen will, denn er befürchtet, dass sie mit ihren Freunden aus der rechten Szene das Feuer gelegt haben könnte. Mit seiner Mitschülerin Melek, einer gläubigen Muslima, und deren Bruder war er früher eng befreundet gewesen, doch aktuell begegnen sie sich mit Vorurteilen und Abneigung, obwohl beide eigentlich immer noch Gefühle füreinander haben.

Aus der Sicht der jugendlichen Akteure entwickelt sich eine Kriminal- und Beziehungsstory, die sich mit Freundschaft, Ehre, Respekt,Toleranz sowie Vertrauen, aber auch Zukunftswünschen und Sehnsüchten von Jugendlichen beschäftigt.

Den Schauspielern gelang es, die Zuschauer eine Stunde lang zu fesseln und für ein achtungs- und respektvolles Miteinander zu sensibilisieren. Als klare Botschaft wurden Respekt und Toleranz propagiert und die Zuschauer aufgefordert, Respektlosigkeit, Fremdenfeindlichkeit und Gewalt nicht zu tolerieren.Es wurde deutlich, dass Vorurteile, Neid und Angst oft zu einer Spirale von Gewalt führen, da die Täter sich häufig selbst als Opfer von Ausgrenzung, Unrecht oder Missachtung sehen.

Nach der Aufführung konnten die Schülerinnen und Schüler mit den Schauspielern über das Theaterstück diskutieren und sich über ihre Eindrücke zur Aufführung austauschen.

Die zweite Theateraufführung thematisierte Cybermobbing und die Gefahren der Internetnutzung. „Fake oder War doch nur Spaß" stellte am Beispiel der 17jährigen Lea anschaulich dar, wie Neid und Eifersucht der vermeintlich besten Freundin zu Lügen und Intrigen führten, die sich zu Mobbingattacken in der Schule und in diversen Internetportalen ausweiteten. Obwohl Lea versuchte, sich gegen diese böswilligen Angriffe zu schützen, wird sie von ihrem Freund Andi ausgenutzt und verraten und ihre gute Beziehung zu ihrem Vater geht in die Brüche, so dass sie am Ende versucht, sich das Leben zu nehmen.

Den Zuschauern wurde durch das engagierte Spiel der beiden Akteure verdeutlicht, wie Bösartigkeiten und Unterstellungen sich verselbstständigen und im Internet mit rasender Geschwindigkeit verbreitet werden – mit verheerenden Folgen für das betroffene Opfer.

Dabei wurden viele Fragen angestoßen, etwa : Wie hätte die Eskalation verhindert werden können ? War die Entwicklung absehbar ? Wer hätte wann eingreifen können ? Wer hat „Schuld" ? Wie ist es überhaupt zu dieser Situation gekommen ?

Beide Theateraufführungen lieferten somit viel Stoff zum Nachdenken und zu differenzierten Nachbesprechungen in den einzelnen Klassen und Fächern.

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