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19./20.05.16: Musical "Ach du liebe Eisenbahn"

Musical "Ach du liebe Eisenbahn" Plakat 5/16Musical "Ach du liebe Eisenbahn" 5/16  Foto: Herr G. SchützBericht: Herr Gutmann
Fotos: Herr Faul, Herr G. Schütz, Herr Mohr
Plakat: Kreativ-AG, Frau Schilling

Auch in diesem Jahr gab es am Leibniz eine Uraufführung. Beate Vehlings Musical "Ach, du liebe Eisenbahn" wurde uraufgeführt.

Das Stück beginnt mit einem Auftritt der Zeit (Katharina Auer). Wie der klassische griechische Chor holt sie die Zuschauer ab und bietet sich als Führerin durch die Geschichte an. Im Duett mit der Romantik (Tami Sachs) wird dann schnell das Grundthema des Musicals herausgearbeitet: Die Zeit entwickelt sich weiter, sie verändert sich und will Veränderung sehen. Auf der Stelle bleiben, innehalten, reflektieren ist ihre Sache nicht. Die Romantik hingegen fordert genau das. Sie sieht in den aktuellen Veränderungen eine Verschlechterung der Lebensqualität. Die Zeit solle stehen bleiben, dem Menschen die Möglichkeit geben, sich in der Welt genau umzusehen, in der Natur aufzugehen, und ihn nicht immer schneller immer weiter in die "schwarze Zukunft" hetzen lassen.

Musical "Ach du liebe Eisenbahn" 5/16Diese romantische Forderung soll untermauert werden durch das Beispiel Felix Mendelssohn-Bartholdys, der als romantischer Mensch und Komponist die moderne Geschwindigkeit und die rasanten Veränderungen seines Lebensumfelds erst einmal überhaupt nicht gut findet. Der vom Stadtleben gestresste Felix (Cornelius Bergweiler) fährt mit seiner Schwester Fanny (Sophie Kampferseck) aufs Land nach Franken, um dort in der dörflichen Ruhe im Gasthof der Frau Riemenschneider (Nele Müller) sein neuestes Klavierwerk zu vollenden. Begleitet von seiner Muse (Voktoria Ring) bleibt Felix auf seinem Zimmer, schließt sich ein und lässt dem Genie seinen freien Lauf. Gleichzeitig begibt sich Fanny in die Natur und will die Freiheit des "altmodischen" Landlebens genießen. Beides ganz nach dem Geschmack der Romantik und beides viel zu langweilig für die Zeit.

Und nun entstehen erste Schwierigkeiten in der Argumentation für die romantischen Ideale. Im Zimmer wird schnell klar, dass hinter dem Genie des Komponisten tatsächlich die ständige Magie einer Muse steckt, die ganz aktiv einen Zauberstab schwingen muss, damit auf dem Klavier eine Komposition entstehen kann. Für die Muse bedeutet dies Stress, den hinzunehmen sie nun nicht mehr länger gewillt ist -- sie tritt in den Streik, wirft den Zauberstab zu Boden und verlässt Felix. Der Komponist erlebt dies als Schreibblockade und beginnt zu verzweifeln.

Musical "Ach du liebe Eisenbahn" 5/16Währenddessen erlebt Fanny die Bewunderung zweier Männer, die nicht unterschiedlicher sein könnten. Der Knecht Alfred (Kevin Gehringer) ist ganz der traditionelle Landbewohner. Er hat sich in die hübsche Städterin verguckt, schmachtet sie an, gibt dies unter Seinesgleichen auch offen zu, könnte sich ihr aber nie nähern. Das gehört sich einfach nicht. Daneben gibt es den Ingenieur Dietrich Kreutz (Akim Adam), der als Vertreter der neuen Zeit, des Fortschritts, ganz offen und keck Fanny beginnt den Hof zu machen. Er flirtet, was das Zeug hält, und erklärt Fanny die Wichtigkeit der Präzision beim Eisenbahnbau. Doch noch bleibt offen, wessen Wesen den Erfolg für sich verbuchen kann.

Musical "Ach du liebe Eisenbahn" 5/16Während die beiden Männer sich auf ihre jeweilige Art für Fanny begeistern, findet die Romantik im Komponierzimmer den Zauberstab der Muse und beschließt, ihrerseits magisch Einfluss auf die Menschen zu nehmen. Sie erhofft sich einen Sieg über die Zeit und ein beständiges Leben in und mit der reinen Natur. Ausgerechnet den Ingenieur Kreutz nimmt sich sich als ersten Kandidaten vor. Sie schwingt ihren Zauberstab über ihm, als er gerade Fanny von der Reinheit der parallelen Schienen vorschwärmt. Von der romantischen Magie ergriffen, beschließt er, die Schienen nun farblich fröhlicher zu gestalten. Die Romantik ist enttäuscht. Hatte sie auf den Abbruch der Modernisierungsmaßnahmen gehofft, wird nun fröhlich weiter gearbeitet, wenn auch mit mehr Farbe.

Musical "Ach du liebe Eisenbahn" 5/16  Foto: Herr G. SchützFelix würde auch gerne weiterarbeiten, doch ist er ohne seine Muse in der Schreibblockade gefangen. Der beständige Lärm von den Bauarbeiten an der neuen Eisenbahnlinie tut sein Übriges, ihn am Komponieren zu hindern. Frau Riemenschneider und die kecke Magd Else (Julia Sutter), haben inzwischen Mitleid mit ihm und wollen ihm helfen. Die beiden -- als Vertreterinnen des scheinbar romantischen Landlebens -- haben als einzige wirklich begriffen, worin die Zukunft besteht: in der Kombination aus technischem Fortschritt und der Pflege von Traditionen. Sie erkennen im Baustellenlärm und -gehämmere den musikalischen Rhythmus, den Felix überhört hatte, da er nur "modernen Lärm" wahrnahm. Gemeinsam wird nun der Hämmerrhythmus vorgeklatscht und nachgeklatscht, die Damen überzeugen Felix davon, dass er Inspiration aus seiner Umwelt ziehen kann, und der Komponist kann endlich nicht nur seine Komposition vollenden, sondern er kann eine gänzlich neue beginnen, in der er den Rhythmus der Eisenbahnbaustelle zur Grundlage einer klassischen Komposition macht. Das unabhängige menschliche Wesen hat sich endlich von Romantik und Muse emanzipiert, der moderne Mensch kann das Schöne, "Alte", schätzen und trotzdem mit der Zeit gehen, die Zukunft selbst farbenfroh gestalten.

Die 9 Schauspielerinnen und Schauspieler führen diese Parabel mit viel Lust und Laune am Spiel und am Gesang auf. Gerade die Chorgesänge mit teils klassischen, teils discohaften Tanzeinlagen machen dem Publikum dann auch großen Spaß und reißen mit. Die Einzelgesänge und Duetts bestechen durch ihre schönen modernen Melodien, die von Beate Vehling selbst am Flügel romantisch begleitet und ausgestaltet werden.

Beide Abende wurden von jeweils einer Orientierungsstufenklasse musikalisch eingeleitet. Am Donnerstagabend sang eine Schülergruppe der 5b, begleitet von Instrumentalisten dieser Klasse, Elton Johns "Can You Feel The Love Tonight", am Freitagabend die Klasse 6d mit ihrer Instrumentalgruppe die beiden Hits "Lemon Tree" (Fools Garden) und "Lush Life" (Zara Larsson).

Ausdrücklicher Dank geht selbstverständlich auch an die Helferinnen und Helfer hinter der Bühne, ohne die ein solches Projekt gar nicht auskommt: Frau Janina Weber für die Mitarbeit an der Regie; Herrn Fabian Müller für die Beleuchtung; den Damen Daniela Schilling, Melissa Eder und Rebecca Rohr, sowie der Kreativ-AG für die Gestaltung der Requisiten und des Plakats. Herrn Felix Mendelssohn-Bartholdy und seiner Schwester Fanny für ... sich.

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