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23./24.04:15: Theater am Leibniz: "(St)erben ist tödlich"

Bericht: Herr Faul

Wenn Verwandtschaft tödlich wird... - Kurzweiliger Theaterabend im Leibniz

(St)Erben ist tödlich - Theater 4/2015Das Thalia-Ensemble des Leibniz-Gymnasiums lud am Donnerstag, den 23. und Freitag, den 24. April zur Krimikomödie „(St)erben ist tödlich" von Christine Steinwasser. Die eineinhalbstündige Vorführungszeit verging unterhaltsam und wie im Fluge. Wortwitz und flotte Aktion tragen das klassische Whodunit. [Programm]

Der Inhalt ist aus vielen Krimis vertraut: Eine geldsüchtige Verwandtschaft besucht die fast hundertjährige Erbtante, um sich Pfründe zu sichern. Im vorliegenden Fall sind das die Bichlmeiers, bestehend aus der kiffenden Öko-Schwester, dem Professor mit Lebensstil auf großem Fuße sowie dessen eiskalter, erbschleichenden Gattin, dazu zwei verfeindete Schwestern im Geiste einer bohemienhaften Stadtmaus und einer spießigen Landmaus. Sie alle attackieren ihre Tante Josepha, um sich Erbteile versprechen zu lassen. Die alte Dame in ihrer Schwerhörigkeit zeigt sich unbeeindruckt. Plötzlich der erste Todesfall – aber ein Mord? Der ermittelnde Kommissar gibt Entwarnung, er erkennt klar die Verkettung unglücklicher Umstände: Das Opfer föhnte sich in der Badewanne, drehte sich dabei mehrfach um die eigene Achse und strangulierte sich durch das sich um seinen Hals wickelnde Föhnkabel; das Blut im Badewasser resultiere aus einer Platzwunde beim Sturz. Als der zweite Bichlmeier ums Leben kommt, ist jedem Zuschauer klar, dass der Mordreigen eröffnet ist. Alleine die bequeme Kommissarin weigert sich beharrlich, Morde zu erkennen, während ihre Assistentin als Sidekick die Unglücksfälle als Morde entlarven will. So wird der Zuschauer heimlich selbst zum Detektiv, und er hat schnell die üblichen Verdächtigen im Blick: die Gesellschafterin der Tante, Adelgunde Flanders, oder dessen Dienerin, Wiebke. Aber dass die Lösung doch nicht so einfach ist, signalisieren die verschiedenen Auftragskiller, die arglistig durch das Bühnenbild schleichen. Das in den Raum geworfene Supersparangebot „Kill fünf, zahl vier" lässt einen unbekannten Auftraggeber vermuten.

Am Ende bedeckt ein Leichenberg den Bühnenboden. – Das Publikum applaudiert begeistert.

Die Akteure des "Großen Schauspiels" des Thalia Theaters sind nahezu die gleichen wie beim ersten Projekt, Hofmannsthals „Jedermann". Damals bewiesen sie theatralischen Ernst und angemessenes pathetisches Spiel. Diesmal zeigten sie souverän an dem Genre des leichten Spiels ihr Können: Geschwindigkeit, Aktion und Empathie für den Wortwitz.

Der betreuende Lehrer Peter Gutmann führte die Akteure zu einem souveränen und mitreißenden Spiel:

Josefa Bichlmeier Daniela Wüstemann spielt gelassen die Erbtante, die den Wortwitz gekonnt befeuert.
Adelgunde Flanders Nadine Gegenfurtner gibt die unscheinbare, aber spöttische Gouvernante.
Wiebke Michelle Zwipf überzeugt als diskrete Dienerin, die viel weiß, aber nichts sagt.
Tobias Bichlmeyer Daniel Gut verkörpert laut den genervten Ehemann…
Luigi … und still, aber entschlossen einen Auftragsmörder.
Evelyn Bichlmeyer Mandy Meyer agiert kühl als berechnende Eingeheiratete.
Tanja Kleemann Julia Knecht spielt mit großer Präsenz die beschaulich Konservative.
Tatjana Bichlmeyer Chantell Ladson nörgelt sich variantenreich ins Grab.
Tamara Bichlmeyer Corinna Wagner beeindruckt durch ihre Hippie-Leichtigkeit.
Hasso Hammer Eric Bahne ist laut und leise, brutal und sanft, überrascht und nachdenklich: die große Klaviatur.
Harry Hauer David Kölsch behauptet sich als souveräner Geschäftskiller.
Orlanda Persger Saskia Ostermann fegt als Kommissar alle Mordverdächtigungen nonchalant vom Tisch.
Waltraud Meier Shun Jie Yan überzeugt als aufstrebender und energischer Jungkommissar.
Soufflage Jana Wagner und Joel Wölker diskret unterstützend im Hintergrund.

Impressionen

Fotos: Herr Faul, Herr Mohr

Theater: "(St)Erben"  4/2015 Theater: "(St)Erben"  4/2015 Theater: "(St)Erben"  4/2015 Theater: "(St)Erben"  4/2015 Theater: "(St)Erben"  4/2015 Theater: "(St)Erben"  4/2015 Theater: "(St)Erben"  4/2015 Theater: "(St)Erben"  4/2015 Theater: "(St)Erben"  4/2015 Theater: "(St)Erben"  4/2015 Theater: "(St)Erben"  4/2015 Theater: "(St)Erben"  4/2015 Theater: "(St)Erben"  4/2015 Theater: "(St)Erben"  4/2015 Theater: "(St)Erben"  4/2015 Theater: "(St)Erben"  4/2015 Theater: "(St)Erben"  4/2015 Theater: "(St)Erben"  4/2015 Theater: "(St)Erben"  4/2015 Theater: "(St)Erben"  4/2015